Weil am Rhein

Chronik der Johannesgemeinde

Stadtgeschichtliches

Die erste urkundliche Erwähnung, eine Schenkungsurkunde der Kirche in Willa (Weil) an das Kloster St. Gallen, stammt vom 27.02.786 und bezieht sich auf die Kirche in Alt – Weil. (Verlag Schnell, Kunstführer Nr. 1332)

Ganz allmählich entwickelte sich Weil von einem Dorf mit einem Weinanbau – Charakter zu einer kleinen Eisenbahner – Stadt.
1835 wurde auf der „Leopoldshöhe“, an der heutigen Bundesstraße 3, eine Zollstation errichtet, welche die alte, wichtige Überlandstraße von Freiburg nach Basel kontrollierte. In den Jahren 1851 bis 1855 baute das Großherzogtum Baden die Bahnlinie bis in die Schweiz. Weil wurde Bahnstation. 1913 wurde der Rangierbahnhof Basel-Weil in Betrieb genommen. Nach dem Ende des ersten Weltkriegs verlegte die Eisenbahnverwaltung den Wohnsitz einiger hundert Beamten von Basel in die neu errichtete Wohnsiedlung (Gartenstadt) auf der Leopoldshöhe in Weil. Durch diese Maßnahmen erhöhte sich die Einwohnerzahl von Weil auf weit über das Doppelte, nämlich 6600 Einwohner. Derweil begann im Westen der Gemarkung das neue Friedlingen mit der Ansiedlung schweizerischer Textilbetriebe zu wachsen

Durch den stetigen Zuwachs an Einwohnern, besonders bedingt durch die günstige Verkehrslage und die Vergrößerung des Rangierbahnhofes wurde 1937 die damals so genannte Westpfarrei gegründet, zu der die Evangelischen Christen der Leopoldshöhe und Friedlingen gehörten. Durch die Ansiedlung von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen stieg die Einwohnerzahl von 9000 im Jahr 1939 auf rund 19000 Einwohner im Jahr 1966 an. (entnommen aus der Homepage Stadt Weil am Rhein)

1957 kam es noch einmal zu einer Teilung dieser Westpfarrei. Die Gemeinde auf der Leopoldhöhe wurde zur Johannesgemeinde, diejenige in Friedlingen zur Friedensgemeinde.

 

Die Johanneskirche

Am 01.07.1956 konnte die Johanneskirche in Dienst genommen werden.
Da seit 1920 die Einwohnerzahl auch auf der Leopoldshöhe stark anstieg, wurde 1937 die „Westpfarrei“ als zweite Kirchenpfarrei gegründet.

1938 konnte bereits ein weitausgreifendes Bauvorhaben für die neue Gemeinde beschlossen werden. Einer der bedeutendsten Kirchenarchitekten der damaligen Zeit, Prof. Bartning, hatte dabei eine Kirche mit 800 Sitzplätzen entworfen. Alle Genehmigungen waren erteilt. Infolge des Kriegsbeginns konnte der Plan jedoch nicht verwirklicht werden.

Seit 1951 wurde der Kirchbauplan erneut aufgegriffen, wobei jedoch lediglich eine kleine Kirche samt einem Nebensaal, der mit der Kirche eine organische Einheit bildet, gebaut werden. Der Kirchturm steht etwas abgerückt von der Kirche, weil damals noch davon ausgegangen wurde, später eine größere Hauptkirche zu bauen.

Dieses Vorhaben wurde aber nie realisiert.

Stattdessen wird 2014/2015 dem stark renovierungsbedürftigem Pfarr- und Gemeindehaus, sowie den deutlich zurückgehenden Anzahl der Gemeindemitglieder dadurch entsprochen, dass ein neues Gemeindehaus ohne Pfarrhaus geplant wird. Das durch den Abriss frei werdende Grundstück wird für einen Wohnungsbau an die Stadt verkauft.

 

 

Die Kirchengestaltung

Das Innere der saalartigen Kirche ist betont einfach. Beim Betreten fällt der ganz aus Holz gefertigte Altar ins Auge, darüber freihängend ein großes Kreuz, verkleidet mit Schieferplatten, links davon die Taufstätte, rechts die kleine hölzerne Kanzel.

Die großen Fenster wurden von Henry Mac Lean, Heidelberg, farbig gestaltet. Im ersten Fenster leuchten in der Mitte der Abendmahlskelch und das Abendmahlsbrot stark auf. Ringsherum ist eine aufsteigende Reihe von Fischen zu sehen – die Buchstaben des griechischen Wortes „Fisch“ ergeben das altgriechische Bekenntnis: “Jesus Christus, Gottes Sohn, Heiland“. Das kleine, rechts oben im Altarraum liegende Fenster hat das Kreuz zur Mitte, um das die Planetenbahnen kreisen. Rote Flammen als Zeichen des Heiligen Geistes umgeben das Kreuz Christi.

P1020963          p1020964
alte Innenansicht der Johanneskirche bis 1971 / 72
Im Zuge des Gemeindehausumbaues 1971/72 erfuhr der Altarbereich
der Kirche eine Veränderung und Vergrößerung;

über dem Nebensaal der Kirche wurde ein Lichtgaden eingebaut.

 

 

Komposition _ Die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer von E.P. Clauss
Im Nebensaal selbst schuf die Bildhauerin Emilie Clauss aus Weil-Friedlingen eine aus Liesberger Kalk gehauene Darstellung der Taufe Jesu durch Johannes den Täufer samt Taube, dem Zeichen des Heiligen Geistes, mit vorgelagertem Brunnen.